November 2014

Ende der Rallye

Nach unserem Eindruck aus Tagesgeschäft und Expo sind viele Marktteilnehmer im Moment sehr euphorisch, erwarten aber auch ein Ende der Preissteigerungen. Von einer Blase will niemand sprechen, aber viele halten die Preise nicht für stabil und sehen Übertreibungen. Konsequenterweise heißt das: Verkaufen, solange es noch geht. Da dem Markt langsam das Material ausgeht, werden jetzt auch für Portfolien mit hohen Leerstandsraten, die vor zwei Jahren niemand angefasst hätte, sehr dynamische Bieterwettbewerbe durchgeführt.

Finanzbarometer

Finanzkrise 2.0

Der Zusammenhang zwischen Immobilienmärkten und den zunehmend volatilen Finanzmärkten tritt im Moment besonders deutlich ins Bewusstsein. Während bei den Immobilienmärkten noch diskutiert wird, ob man auch nur von der Gefahr einer Immobilienblase sprechen sollte, so ist bei Aktien- und Bondmärkten und insbesondere auf den Währungsmärkten die Angst vor einer erneuten Finanzkrise gelebte Realität. Mangels anderer Alternativen bleiben Immobilien und Immobilienfinanzierungen gesuchte Investments. Entsprechend stark ist der Wettbewerb unter den Finanzierern, was weiterhin Druck auf die Margen ausübt.

Zarte Zinssteigerung

Nach mehreren Monaten anhaltender Zinssenkungen beobachten wir nunmehr erstmals leichte Zinssteigerungen. Zwar sank der 10-Jahres-Zinsswap von 1,13 Prozent minimal auf 1,12. Der Drei-Monats-Euribor sank zwischenzeitlich unter 0,08 Prozent, steht aber im Moment auf 0,085 und damit leicht über dem Monatsanfangswert von 0,082. Auch der Sechs-Monats-Euribor stieg im vergleichbaren Ausmaß auf 0,187 Prozent. Anzeichen für eine Zinswende sehen wir im Moment jedoch nicht.

Herausgeber

Francesco Fedele CEO, BF.direkt AG

Francesco Fedele CEO, BF.direkt AG

Prof. Dr. Steffen Sebastian
Inhaber des Lehrstuhls für Immobilienfinanzierung
an der IREBS, Universität Regensburg