März 2015

Fusionen vor der MIPIM

Mangels Möglichkeiten an attraktiven Anlagen im Wohnungsmarkt – sei es in Form von Assets oder Portfolien – sind die großen Akteure dazu übergegangen, andere Wohnungsunternehmen zu übernehmen. Deutsche Wohnen, Conwert, Adler, Westgrund: Ein Sozialist würde sagen: Wenn es keine Fische mehr gibt, fressen sich die Haie gegenseitig. Nur die TAG Immobilien AG will (noch) niemand haben, was an dem schwierigen Wohnungsbestand in Salzgitter und Ostdeutschland liegen könnte. In den wirtschaftlich attraktiveren Regionen Deutschlands haben die Preissteigerungen hingegen mittlerweile sogar auf die C-Städte übergegriffen.

Bei Gewerbeimmobilien ist der Run auf die B-Standorte konstant. Hier beobachten wir weiterhin ein Auseinanderfallen von Investment- und Vermietungsmarkt: die Neuvermietung ist eher schwieriger geworden, während Transaktionen weiterhin nachgefragt werden. Aktuell fokussieren sich viele Marktteilnehmer, wie jedes Jahr, auf die Vorbereitung der MIPIM oder verharren in der Erwartung auf neue Impulse durch die Messe. Manche Akteure erhoffen sich nach MIPIM Weichenstellungen, die aufzeigen, in welche Richtung sich der Markt weiterentwickelt.

Finanzbarometer

China gegen EZB: Wer gewinnt?

Nach den USA, Japan und Europa ist kurz vor der Umsetzung des massiven Anleihenankaufs durch die EZB ein weiterer Gigant in den Abwertungswettkampf eingestiegen. Nach zwei Jahren hat die chinesische Notenbank den Leitzins von 6,0 auf 5,6 bzw. von 3,0 auf 2,75 Prozent gesenkt, um so die Konjunktur wieder anzukurbeln. Die Folgen für Europa: Chinesische Waren werden tendenziell billiger und damit europäische Produkte relativ unattraktiver. Weiterhin werden Importe ebenfalls billiger, womit die Inflation in Europa leider wieder sinken könnte. Somit werden die Maßnahmen der EZB durch die Entscheidung der chinesischen Notenbank in Ihrer Wirksamkeit gebremst. Leider ist auch aufgrund des noch deutlich höheren Zinsniveaus von Leitzinssenkungen in China eine stärkere Stimulierung zu erwarten als von vergleichbaren Maßnahmen in Europa. Die Gefahr von Zinserhöhungen ergibt sich aus dieser Konstellation sicher nicht.

Immer noch kein Ende der Zinsensenkung

Auf dem Zinsmarkt keine Überraschungen: Der 10-Jahres -Zinsswap sank im Februar gegenüber Monatsbeginn nochmals (sehr leicht) von 0,73 auf 0,71 Prozent. Deutlicher die Bewegung beim Drei-Monats-Euribor: Dieser sank von 0,054 auf 0,039 Prozent. Auch der Sechs-Monats-Euribor sank nochmals von 0,132 auf 0,110 Prozent. Der 3-Monats-Euribor hat sich damit seit Dezember 2014 etwa halbiert. Aber das macht dann auch keinen Unterschied mehr: Die Hälfte von fast nichts ist immer noch fast nichts. Wird der Zinssatz irgendwann negativ?

Herausgeber

Francesco Fedele CEO, BF.direkt AG

Francesco Fedele CEO, BF.direkt AG

Prof. Dr. Steffen Sebastian
Inhaber des Lehrstuhls für Immobilienfinanzierung
an der IREBS, Universität Regensburg