Juni 2016

Wettbewerb in dynamischem Umfeld

Das Neugeschäft in Deutschland ist ungebrochen. Wir beobachten Zuwachsraten von etwa 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Allerdings konnten einige Kreditinstitute bei dem anhaltenden Margendruck nicht im gleichen Maße von der Dynamik des Marktes profitieren. Insbesondere bei einigen Privatbanken fällt auf, dass das Neugeschäft nur stabil oder sogar rückläufig ist. Zum Teil wird dies auf einzelne Transaktionen zurückzuführen sein, allerdings gibt es auch bewusste strategische Entscheidungen. Im Gegensatz zu Sparkassen, Volksbanken oder auch Landesbanken fällt den Privatbanken der Schritt über die Grenze leichter. Das stabile wirtschaftliche Umfeld in Deutschland ist gleichsam für Immobilieninvestoren wie für Immobilienfinanzierer zwar weiterhin attraktiv, weil vergleichsweise risikoarm. In anderen Ländern lässt sich derzeit trotz der Kosten der Währungssicherung ein Vielfaches der in Deutschland üblichen Marge verdienen. Was auch immer die Ursachen sind, nach unserem Eindruck können die öffentlich-rechtlichen Banken und die Volksbanken aktuell die besseren Angebote bieten. Dies schlägt sich nicht nur in den Konditionen sowie exzellenten Refinanzierungsmöglichkeiten nieder. Gerade die Volksbanken zeigen zudem auch eine sehr professionelle Aufstellung und sind beispielsweise bei der internen Syndizierung von größeren Kredittranchen besonders leistungsfähig. Die Sparkassen bereiten derzeit vergleichbare Strukturen vor.

Finanzbarometer

Zinsentwicklung

Die Zinsentwicklung im Mai war weitgehend konstant mit durchgehend leicht fallender Tendenz für alle Laufzeiten. Der Zehn-Jahres-Zinsswap sank gegenüber dem Stand am Monatsanfang um 7 Basispunkte von 0,65 auf 0,58 Prozent. Der Sechs-Monats-Euribor gab um 1 Basispunkt von -0,14 auf -0,15 Prozent nach. Der Drei-Monats-Euribor sank leicht weiter von  -0,25 auf  -0,26 Prozent.

Stabile Marktlage

Auch wenn der Wettbewerb zu einer Verschiebung von Marktanteilen führen könnte, sehen wir derzeit die Marktlage als stabil an. Die Konkurrenz unter den Banken und anderen Anbietern in Kombination mit sehr günstigen Refinanzierungszinsen bietet weiterhin optimale Bedingungen für die Immobilienwirtschaft.

Auch von der Europäischen Zentralbank (EZB) sind derzeit unserem Erachten nach keine Maßnahmen zu erwarten, die zu einer Verteuerung der Kreditfinanzierung führen könnten. Zwar werden Äußerungen des Direktoriums der die US-amerikanische Zentralbank Federal Reserve dahingehend interpretiert, dass in absehbarer Zeit eine weitere Erhöhung der Leitzinsen in den USA möglich sei. Es ist aus unserer Sicht nicht damit zu rechnen, dass sich die Europäische Zentralbank deswegen zu einer Änderung ihres expansiven Kurses entschließt. Im Juni beginnt die EZB zunächst mit dem Ankauf von Unternehmensanleihen und wird die Entwicklungen erst einmal abwarten.