Januar 2016

Hektisches Jahresende

Der Dezember 2015 war geprägt von der anstehenden und dann auch wie erwartet umgesetzten Leitzinserhöhung der US-amerikanischen Zentralbank Federal Reserve (Fed). Durch die Zinserhöhung werden Geldanlagen in den USA attraktiver. Da die Zinserhöhung allgemein erwartet wurde, haben Investoren bereits Anfang Dezember Anlagen aus dem Euroraum abgezogen. Die erhöhte Nachfrage bewirkte, dass der Wechselkurs stieg, d.h. der Dollar wurde gegenüber dem Euro teurer. Zunächst werden durch diese Abwertung des Euro europäische Waren international billiger und damit wettbewerbsfähiger. Dies könnte die Konjunktur im Euroraum stärken und damit tendenziell eine höhere Inflation bewirken. Zum anderen werden ausländische Waren im Inland teurer und erhöhen so direkt die Inflation.

Diese Effekte sind durchaus im Sinne der Europäischen Zentralbank (EZB). Es ist daher nicht zu erwarten, dass die EZB ihrerseits die Leitzinsen erhöhen wird. Vielmehr hat sie angekündigt, dass die Zinsen auch in 2016 niedrig bleiben werden. Sollte die Fed die Zinsen noch weiter erhöhen, ist zu erwarten, dass sich die Abwertung des Euros gegenüber dem Dollar fortsetzt. Immobilieninvestments im Europäischen Währungsraum werden damit für Ausländer zunächst einmal weniger attraktiv, da – in Dollar gerechnet – entsprechend mit einem Wertverlust der Immobilien und sinkenden Mieteinnahmen zu rechnen ist. Für ausländische Investoren nehmen Strategien zur Währungssicherung daher an Bedeutung zu.

Trotz der Zusicherung der EZB, die Zinsen langfristig niedrig zu belassen, haben ungewöhnlich viele Marktteilnehmer im Dezember noch das aktuell niedrige Zinsniveau langfristig abgesichert. Auch hat der Rückenwind der absehbaren Fed-Entscheidung dazu geführt, dass viele offene Transaktionen noch schnell abgeschlossen wurden. Hierbei war eine große Verhandlungsbereitschaft festzustellen, sofern der Wunsch nach einem schnellen Abschluss erfüllt wurde. Entsprechend war der Dezember bei allen Banken ein außergewöhnlich umsatzstarker Monat.

Finanzbarometer

Zinsentwicklung

Die Zinsen entwickelten sich im Dezember uneinheitlich. Nach relativ volatilem Verlauf im Dezember mit Sätzen zwischen 0,87  und 1,02 stieg der Zehn-Jahres-Zinsswap am Monatsende auf 0,97 Prozent. Auch der Sechs-Monats-Euribor stieg leicht von -0,045 auf -0,041 Prozent. Der Drei-Monats-Euribor fiel hingegen weiter von -0,116 auf -0,131 Prozent.

Zinsen werden niedrig bleiben

Die EZB hat mehrfach angekündigt, die Zinsen auch in 2016 auf niedrigem Niveau zu halten. Trotz ihrer Dominanz ist die EZB aber nicht der einzige Marktteilnehmer auf dem Zinsmarkt. Mit kurzfristigen Schwankungen aufgrund von Transaktionen anderer Akteure ist daher zu rechnen. Aus unserer Sicht ist jedoch nicht damit zu rechnen, dass die Zinsen mittelfristig steigen werden. Jedoch wird die Unsicherheit über die Entwicklung der Zinsen und Immobilienpreise größer. Wir stellen uns daher auf ein aktives erstes Quartal ein.