Dezember 2015

Preissteigungen ohne Ende?

Der jüngste Beschluss der Europäischen Zentralbank (EZB) vom 3. Dezember über weitere expansive Maßnahmen garantiert, dass die Transaktionen bis Jahresende auf hohem Niveau weitergehen werden. Die Tendenzen zur Übertreibung werden sich daher in vielen Teilmärkten fortsetzen. Naturgemäß nähern wir uns dem Zeitpunkt, an dem weitere Preissteigerungen nicht mehr möglich sind. Wir sehen uns aber nicht in der Lage, eine Aussage darüber zu treffen, wann dieser Zeitpunkt erreicht sein wird. Aktuell könnte allenfalls ein derzeit unbekannter, von außen kommender Effekt bewirken, dass eine Vielzahl von Marktteilnehmern aussteigt und so das Preiskarussell beendet.

Im Moment läuft der Markt jedoch so gut, dass viele Muse finden, sich über das noch wenig konkrete Modethema Digitalisierung intensiv Gedanken zu machen. Für gewerbliche Immobilienfinanzierung sehen wir hier weiterhin trotz des Hypes um Crowdfunding wenig Innovationspotential. Die Komplexität bei vielen gewerblichen Finanzierungsprojekten, verbunden mit hohen Volumina begrenzt naturgemäß etwaige Kosteneinsparungen durch weitere Digitalisierung. Auch wenn seit Dekaden darüber informiert wird, dass Banken für die Immobilienfinanzierung eigentlich überflüssig sind, gibt es Banken noch immer.

Die Zinsen sind auch im November nochmals leicht gesunken. Der Zehn-Jahres-Zinsswap sank von 0,95 auf 0,87 Prozent. Der Drei-Monats-Euribor fiel von -0,066 auf  -0,113. Auch der Sechs-Monats-Euribor sank von 0,007 auf -0,040 Prozent und ist damit erstmals ebenfalls negativ.

Finanzbarometer

Kein Import der Zinswende aus den USA

Anzeichen für Zinserhöhungen in Europa sind nicht zu erkennen. Selbst wenn die US-amerikanische Zentralbank Federal Reserve (Fed) noch im Dezember die Zinsen erhöht, ist unserer Ansicht nach nicht zu erwarten, dass die Europäische Zentralbank (EZB) von ihrem Kurs abweichen wird. Die Diskrepanz zwischen den Zinsniveaus in den USA und Europa wird vielmehr bewusst eingegangen. Nachdem die Auswirkungen von weiteren Leitzinssenkungen und Anleiheaufkäufen immer geringer werden, wird die EZB auf die potenziell stimulierenden Effekte einer zusätzlichen Abwertung des Euros gegenüber dem Dollar wohl nicht verzichten.