Dezember 2014

Auch Reste sind gefragt

Der Markt ist weiterhin geprägt von großer Nachfrage und sehr niedrigen Renditen. Dennoch gibt es in weniger gefragten Lagen immer wieder vereinzelt Opportunitäten. Zudem finden Objekte mit geringer Restvermietungsdauer und substantiellem Revitalisierungsbedarf, die in der Vergangenheit nicht platzierbar waren, im Moment problemlos Abnehmer und Finanzierung. Die in allen Lagen stark gestiegenen Preise sorgen aber auch für neues Angebot: Marktteilnehmer, die eine mittelfristige Investition geplant hatten, sehen aufgrund des hohen Preisanstiegs vorzeitig ihren Business Plan als erfüllt an und verkaufen deutlich früher als geplant.

Finanzbarometer

Zinswende - in welche Richtung?

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat dem Markt gezeigt, dass sie trotz historisch niedrigen Zinssätzen zu überraschenden Zinssenkungen fähig ist. Aber dem Direktorium der EZB sind die Zinsen noch nicht niedrig genug. Nachdem aber die Grenzen der üblichen Geldpolitik ausgereizt sind, plant die EZB nach US-amerikanischem Vorbild den Ankauf von Staats- und Unternehmensanleihen. Somit können erstmals auch die langfristigen Zinssätze von der EZB direkt beeinflusst werden. Zudem sollen die Bankbilanzen durch den Ankauf von Unternehmensanleihen entlastet werden. Problematisch hierbei ist, dass diese bislang im Euroraum nicht existent sind. Den Markt, auf dem die EZB intervenieren möchte, müsste sie daher erst schaffen. Derzeit bietet sich nur der Ankauf von Staatsanleihen in größeren Volumina an. In jedem Fall sehen wir derzeit keinen Anlass für Zinssteigerungen. Im Gegenteil könnten die Interventionen noch niedrigere Zinsen im Langfristbereich bewirken.

Niedrig, niedriger, am niedrigsten

Auch aktuell sind keine Veränderungen von ökonomischer Bedeutung zu beobachten. Die Zinsen bewegen sich weiterhin seitwärts – auf niedrigem Niveau und mit geringer Volatilität. Der 10-Jahres-Zinsswap sinkt seit Monatsanfang von 1,09 auf 1,01. Der  Drei-Monats-Euribor schwankte im November zwischen 0,085 und 0,078. Auch der Sechs-Monats-Euribor sank geringfügig von 0,186 auf 0,181 Prozent.

Herausgeber

Francesco Fedele CEO, BF.direkt AG

Francesco Fedele CEO, BF.direkt AG

Prof. Dr. Steffen Sebastian
Inhaber des Lehrstuhls für Immobilienfinanzierung
an der IREBS, Universität Regensburg