August 2015

Ende der Verunsicherung oder Ruhe vor dem Sturm

Die Ruhe auf dem Transaktionsmarkt im Juli war nicht nur der Urlaubszeit zuzurechnen. Auch in diesem Monat zeigten sich die Auswirkungen der Verunsicherung über den Ausgang der Griechenland-Krise. Zudem waren die Marktteilnehmer noch besorgt über die fortlaufenden Zinssteigerungen seit Mai. Viele befürchteten, dass die Zinsen weiter steigen. Einige größere Transaktionen wurden daher zwar anberaumt, die Finalisierung jedoch aufgeschoben. Nach den Wochen der Unruhe besteht nunmehr Nachholbedarf. Wir erwarten, dass nach der Urlaubszeit der Run weitergeht und frühzeitig die Jahresendrallye beginnt.

In den letzten Monaten wurde zudem eine ungewohnt hohe Anzahl von Zinssicherungsgeschäften abgeschlossen, zumeist Caps auf einen Euribor von 2 Prozent. Den größten Teil der Absicherungsgeschäfte betrafen vergangene Transaktionen. Aktuelle Erwerbe werden momentan so gut wie immer mit Zinsoberschranke finanziert. Diese Zinssicherung ist noch immer recht preiswert zu haben, wenngleich nicht mehr so günstig wie noch vor dem Zinsanstieg im Mai. Es erscheint zwar im Moment sehr unwahrscheinlich, dass der Euribor in naher Zukunft die Marke von 2 Prozent übersteigt, dennoch ist und war es immer richtig, Zinsobergrenzen zu vereinbaren. Jedes Portfolio hat im maximalen Cashflow seine natürliche Grenze und diese ist im Sinne eines Worst-Case-Szenarios immer abzusichern.

Finanzbarometer

Erhoffte Zinssenkungen sind eingetreten.

Im letzten Marktradar hatten wir auf die Möglichkeit einer Zinswende hingewiesen, was sich im Juli dann auch bestätigte. Der 10-Jahres-Swap sank im Laufe des Monats von anfangs 1,22 auf 1,08 Prozent. Im kurzfristigen Bereich sank der Drei-Monats-Euribor von -0,014  nochmals geringfügig auf -0,022 Prozent. Der Sechs-Monats-Euribor blieb hingegen den ganzen Monat über nahezu konstant auf 0,049 Prozent.

Aufgrund des vorläufigen Endes der Griechenland-Krise und des zu erwartenden positiven Verlaufs hat sich die Unsicherheit auf den Märkten verringert, woraus vor allem geringere Zinsschwankungen resultieren sollten. Die Auswirkungen auf die kurzfristige Entwicklung der Zinsen selbst sind im Moment kaum absehbar. Weiterhin wird aber das Programm der Europäischen Zentralbank (EZB) zum Ankauf von Anleihen auch im langfristigen Bereich für ein insgesamt niedriges Zinsniveau sorgen.