BF.Quartalsbarometer Q4/15

Leicht rückläufige Finanzierungsbereitschaft

Pressemitteilung vom 26. Oktober 2015

  • BF.Quartalsbarometer erreicht im 4. Quartal -0,41 Punkte (Vorquartal 1,23)
  • Nach wie vor ausgeglichenes Stimmungsbild
  • Anhaltender Margendruck bei gestiegenen Liquiditätskosten

Das BF.Quartalsbarometer für das 4. Quartal 2015 zeigt zwar ein noch ausgeglichenes Stimmungsbild, jedoch führen gestiegene Liquiditätskosten für rund ein Fünftel der befragten Marktteilnehmer sowie eine Verschlechterung der Margen bei Bestandsfinanzieren zu einem erneuten Rückgang der Stimmungslage. Die Punktzahl des zum zweiten Mal von der BF.direkt AG, dem unabhängigen Spezialisten für Strategien zur Finanzierung von Immobilien, herausgegebenen Trend-Barometers zur Finanzierungspraxis bei gewerblichen Immobilien sinkt damit zum zweiten Mal in Folge auf nunmehr -0,41 Punkte (Q3: 1,23). Entsprechend befindet sich das BF.Quartalsbarometer erstmals seit Anfang 2013 wieder im leicht negativen Bereich. Insgesamt blieben die Einschätzungen der befragten Experten mit Blick auf den Barometerwert  allerdings auf „ausgeglichener Markt“

Aus der Analyse der bulwiengesa AG, die als unabhängiges Analyseunternehmen der Immobilienbranche die Befragung und Auswertung des BF.Quartalsbarometers übernimmt, ergibt sich, dass rund 75 Prozent der Marktteilnehmer stagnierende Liquiditätskosten (Refinanzierungskosten) feststellen. Gleichzeitig setzt sich der Trend „neuerdings ansteigender Liquiditätskosten“ fort. Dieser Wert, der einen Zuwachs von 5,6 pp auf 18,9 Prozent verzeichnete, stellt einen neuen Rekordwert dar. Lediglich 2,7 Prozent der Befragten stellen abnehmende Liquiditätskosten fest.

Die durchschnittliche Margenentwicklung zeigt laut aktuellem BF.Quartalsbarometer bei der Bestandsfinanzierung im  4. Quartal 2015 einen Rückgang. Weiterhin setzt sich der seit dem 4. Quartal 2014 zu beobachtende Trend sinkender Margen (aktuell um zwei Basispunkte) bei Projektfinanzierungen fort.

Ferner führt die für viele Marktteilnehmer ausgereizte Möglichkeit der weiteren Preissteigerungen in A-Lagen zu einer höheren Bereitschaft in andere Standorte und Risikoklassen zu investieren. „Mit Blick auf die Preisentwicklung erwarten wir vor allem außerhalb der deutschen Metropolregionen noch Opportunitäten für Marktteilnehmer mit gutem regionalen Know-how. Hier ist nach wie vor eine unverändert hohe Finanzierungsbereitschaft der Institute zu verzeichnen,“ konstatiert Fedele, CEO of BF.direkt AG.

Mit dieser Thematik beschäftigte sich auch die als aktuelles Thema im vorliegenden Trend-Barometer ausgearbeitete Umfrage – Können Investoren in Deutschland noch zu risikoadäquaten Preisen Immobilien kaufen? Rund 51,5 Prozent verneinen diese Frage mit der Begründung einer nicht mehr ausreichenden Rendite im Verhältnis zum einzugehenden Risiko. Die Bereitschaft sei u.a. aufgrund des Anlagedrucks hoch, überhöhte Preise zu zahlen. Diese seien jedoch nur in der aktuellen Niedrigzinsphase zu finanzieren.

Knapp die andere Hälfte der Befragten (48,5 Prozent) beurteilen das aktuelle Kaufpreisniveau noch als risikoadäquat – allerdings schränkten die meisten Experten Ihre Aussage auf Immobilien außerhalb der üblichen Ballungsräume sowie B-, C- oder D-Standorte ein.

„Interessant sind in diesem Zusammenhang die geänderten Entscheidungsstrukturen innerhalb der Bankenorganisation. So zeigt sich im Finanzierungsentscheidungsprozess der Institute eine deutliche Verlagerung hin zur Risikoabteilung um etwa 15 Prozentpunkte. In diesem Umfeld können Marktteilnehmer, die bei ihren eigenen Investitionen mehr auf Qualität denn auf Risiko setzen, auf freundliche Rezeption der Finanzierer hoffen,“ führt Prof. Dr. Steffen Sebastian, Inhaber des Lehrstuhls für Immobilienfinanzierung an der IREBS International Real Estate Business School der Universität Regensburg und wissenschaftlicher Berater des BF.Quartalsbarometers, aus.

Bei der Nachfrage nach alternativen Kreditgebern steigt der Wert im 4. Quartal 2015  im Vergleich zum Vorquartal leicht an. Erwarteten im 3. Quartal noch knapp 38 Prozent der Befragten eine stärkere Nachfrage nach zusätzlichen Finanzierungsformen, waren es im 4. Quartal bereits rund 40 Prozent. „Vor allem bei der wichtigsten alternativen Finanzierungsform, den eingenkapitalähnlichen Formen, können wir derzeit einen Nachfragetrend feststellen. Eine Trendbestätigung erwarten wir auch für die kommenden Quartale,“ ergänzt Fedele.

Das vom unabhängigen Spezialisten für Finanzierungstrategien BF.direkt AG herausgegebene BF.Quartalsbarometer ist ein seit 2012 im Finanzierungsmarkt etabliertes Analysetool, das viermal im Jahr die Finanzierungsbereitschaft für gewerbliche Immobilien in Deutschland aufzeigt. In der begleitenden Analyse gibt es zudem Aussagen zu Neugeschäft, Assetklassen, Beleihungsausläufe und Margen. Zum Panel, bestehend aus 140 Experten der Kreditgeberseite, zählen neben den klassischen Finanzierern wie Hypothekenbanken, Spezialbanken, öffentlich-rechtlichen und genossenschaftlichen Instituten sowie Privatbanken auch neuere Finanzierungsanbieter wie Versorgungskammern/Pensionskassen, Versicherungen, Real Estate Private Equity oder Kreditfonds. Die Befragung und die wissenschaftliche Auswertung übernimmt das Analysehaus  bulwiengesa. www.quartalsbarometer.de

Lesen Sie hier alle Ergebnisse im BF Quartalsbarometer

 

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